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Der Expo-Funke in Hannover zündet wieder

Die Weltausstellung in Hannover feiert im Jahr 2010 ihr zehnjähriges Jubiläum – und auch zwei Argentinier haben Grund zum Feiern. Denn sie sind dank der Expo 2000 an der Leine heimisch geworden.

Stoßen auf die Expo an: Die Tangotänzer Liliana und Germán sind seit der Expo in Hannover heimisch geworden.

Stoßen auf die Expo an: Die Tangotänzer Liliana und Germán sind seit der Expo in Hannover heimisch geworden.

© Rainer Surrey

Zugegeben, die passenden Temperaturen für einen feurigen argentinischen Tango herrschten am Mittwoch nicht. Doch um die Hannoveraner zum Jahreswechsel auf das Expo-Jubiläumsjahr 2010 einzustimmen, fröstelten Liliana Espinosa und Germán Cassano gern ein wenig in ihrer luftigen Garderobe. Die beiden Argentinier mussten zu dem ungewöhnlichen Auftritt vor dem deutschen Pavillon nicht erst überredet werden.

Schließlich sind sie das beste Beispiel dafür, dass die Weltausstellung durchaus nachhaltige Effekte mit sich gebracht hat: Liliana und Germán kamen vor zehn Jahren aus Buenos Aires nach Hannover, um als Tangotänzer im argentinischen Pavillon das Expo-Publikum zu verzaubern – und sie sind geblieben. „Wir hatten das nicht vor, es hat sich einfach so ergeben“, sagt Liliana und lächelt. Da war die Begeisterung der Expo-Besucher für das argentinische Temperament. Da waren die vielen netten Begegnungen mit Menschen aus allen Nationen, die für Liliana und Germán untrennbar mit der Expo-Stadt verbunden sind. Und da waren die vielen Hannoveraner, die ihnen zu verstehen gaben, dass sie es gerne hätten, wenn sie blieben.

Für die beiden Argentinier waren das Gründe genug hierzubleiben. Ein Jahr nach der Expo eröffneten sie eine Tangoschule im Freizeitheim Lister Turm. Die Kurse sind noch immer bestens besucht. Etliche der Stammtänzer kennen Liliana und Germán schon aus Expo-Zeiten – und sie sind längst gute Freunde geworden. Wie Evelyn, die im argentischen Pavillon ihre Leidenschaft für den Tango entdeckte. Oder Uli, der im Jahr 2000 bei keiner der Spätvorstellungen des Duos fehlte und heute auf den Kater der beiden aufpasst, wenn sie zu Showauftritten in ganz Europa unterwegs sind.

Zurzeit haben sie das Reisen eingestellt. Denn seit fast drei Monaten gibt es Lautaro. „Er ist unsere beste Choreografie“, meint Liliana und streicht ihrem in der Babytragetasche schlafenden Sohn zärtlich über den Kopf. Der Kleine ist allerdings kein gebürtiger Hannoveraner. Er kam in Buenos Aires zur Welt – darauf hat der Papa bestanden. Lautaro zuliebe will Liliana ein halbes Jahr eine Tangopause einlegen. Bei den großen Jubiläumsfeierlichkeiten, die die Stadt 2010 auf dem Expo-Gelände und an verschiedenen Stationen im Stadtgebiet vorbereitet, wäre sie natürlich gern wieder dabei. Was genau die Hannoveraner zum Expo-Jubiläum alles erwarten dürfen, wollen die Planer so detailliert noch nicht sagen. Fest steht, dass vom 1. bis zum 13. Juni gefeiert wird.

Man kann davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen alle Mühe geben werden, etwas von jenem multikulturellen Expo-Gefühl aufleben zu lassen, das die Stadt und ihre Bürger vor zehn Jahren geprägt hat. Den Auftakt machen am 1. Juni wie schon im Jahr 2000 die Scorpions mit einem Konzert in der TUI Arena. Allerdings hieß die damals noch Preussag Arena.

Von Juliane Kaune

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Bad Pyrmont

Leidenschaft, in Akrobatik übersetzt

Bad Pyrmont (jl). Eine virtuose „Tango Argentino“-Show boten Liliana Espinosa und Germán Cassano jetzt in der Lobby des Steigenberger. In erster Linie als ein Programmpunkt für die Hotelgäste gedacht, waren der Einladung des Hauses auch einige Einheimische gefolgt – und dürften das nicht bereut haben. Denn das international renommierte Tango-Paar, das seit seinem „Expo“-Engage-ment vor neun Jahren in Hannover lebt, faszinierte die mehr als 100 Zuschauer sowohl mit tänzerischer Perfektion als auch dramatischem Ausdruck. Denn im stilisiert inszenierten Wechselspiel aus Macht und Hingabe, Erotik und Melancholie, Hoffnung und Enttäuschung sind das sinnliche Moment und das Gefühl füreinander ebenso wichtig wie die Technik.

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Szenenapplaus gab es wiederholt für besonders kühne Figuren – etwa, wenn beide eine Drehung abrupt stoppen und einander wechselseitig die Füße zwischen die Beine treten. Unfallfrei gelingen derart waghalsige Manöver nur, wenn ein Paar so perfekt harmoniert wie Espinosa und Cassano das tun.

Die Unterschiede der jeweiligen Tango-Varianten betonte das Paar durch stete Kostümwechsel, die vor allem Liliana Espinosa immer wieder aufs Neue zur Augenweide machten – ob im geschlitzten „kleinen Schwarzen“ zum „klassischen“ Tango, im roten Satin-Fähnchen zur schnellen, fröhlichen „Milonga“ oder im hochgeschlossenen cremefarbenen Rüschenkleid beim beschwingten „Vals“, der die Tangoschritte in den Walzertakt übersetzt.

Spektakuläre Würfe und Hebefiguren

Folkloristisch-fröhlich ging’s zu beim Gaucho-Tanz „Chacarera“, für den Espinosa ein bauschiges blaues Kleid wählte, während Germán Cassano einen münzverzierten Gürtel über der weiten Hose trug. Spektakulär wurde es dann noch einmal bei der finalen „Tango-Show“ mit spektakulären Würfen und Hebefiguren, die vielen im Saal wieder den Atem stocken ließen.

Für kurze Einführungen ins jeweilige Thema sorgte Ulli Levecke, den Hamelner Tango-Enthusiasten seit Jahren durch sein Engagement für den Tanz vertraut.

Auch wenn die Kunst der Profis manchen Laien eher einschüchtert, so hatten die Zuschauer doch auch noch Gelegenheit, sich auf dem Parkett zu tummeln. Den Neulingen zeigten Espinosa und Cassano noch kurz die „Basse“-Figur, den Quasi-Grundschritt des argentinischen Tango Argentino.

Emotion pur, perfekt aufs Parkett gebracht: Liliana Espinosa und Germán Cassano beim Tango-„Vals“ während ihres Gastspiels im Pyrmonter Hotel Steigenberger. Foto: jl

Artikel vom 14.04.2009 - 19.00 Uhr

07.02.2010 21:05 Uhr

Peine

Leidenschaftlicher Tango im Gotteshaus

Leidenschaftlicher Tanz voller Emotionen und das in der Kirche? Passt das zusammen? Ja! Mit lang anhaltendem Applaus belohnten die mehr als 200 Gottesdienstbesucher die außergewöhnliche Idee des Gottesdienstteams aus der Jakobi- und der Lutherkirche.

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Mehr als 200 Gäste sind vom leidenschaftlichen Tanz begeistert.

© Kim Neumann

Peine. Pastor Dr. Sebastian Thier und Lektorin Wiebke Kerk aus der Martin-Luther-Gemeinde eröffnete den Abend mit einer Geschichte aus Argentinien über ein betagtes Paar, das mitten auf einem belebten Platz Tango tanzt. „Es war eine leidenschaftliche, wunderbare, zu Herzen gehende Musik. Die beiden begannen sich zu bewegen, unglaublich ausdrucksstark. Sie tanzten Leiden und Leidenschaft. Abschnitte ihres Lebens. In Argentinien nennt man das Tango“, erzählten die beiden.

Wie toll das aussehen kann, durften die Gottesdienstbesucher dann live erleben. Liliana Espinosa und German Cassano aus Hannover zeigten Tango in Vollendung. Perfekt bewegten sie sich zur feurigen Musik und zeigten ihr ganzes Können. „Die beiden sind seit zehn Jahren in Deutschland und leben den Tango“, stellte Frank Niemann, Pastor der Jakobigemeinde, die Tänzer vor. Zum Auftritt in der Kirche hatten sie auch ihren Nachwuchs mitgebracht. Der vier Monate alte Sohn schlief friedlich in der Sakristei.

„Tango ist eine Lebensform. Der Tanz ist unsere Welt. Früher wäre Tango in einer Kirche undenkbar gewesen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir die Möglichkeit zum Auftritt in der Jakobikirche bekommen haben“, schwärmten die beiden, bevor sie erneut zeigten, wie sehr der südamerikanische Tanz mit dem Gefühl der Leidenschaft einhergeht. Ermöglicht hatte den Auftritt die Tanzschule Wiesrecker.

Doch der Gottesdienst hatte durchaus nicht nur Unterhaltungscharakter. Mit der Verbindung zwischen Leiden und Leidenschaft wollte das Vorbereitungsteam die Gäste auf die bevorstehende Passionszeit einstimmen.

Stellvertretend dafür wählte Pastor Dr. Thier die Geschichte des Propheten Jeremia, der die ungerechten Verhältnisse in Israel anklagte und vor dem Feind aus dem Norden, den Babyloniern, warnte, damit aber kaum Gehör fand. Hadernd und klagend litt er und suchte Zuflucht bei Gott.

Die ungewöhnliche Mischung gelang. Die Besucher waren sehr angetan von der lebhaften Gestaltung des Gottesdienstes und nahmen sicherlich den einen oder anderen Gedanken an Leiden und Leidenschaft mit den Sonntagabend.

Nicole Laskowski

20.08.2009

Wo der Mann Mann sein muss

Im Kaiserpalais wagen sich auch blutige Anfänger an den argentinischen Tango

VON ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Wo der Mann Mann sein muss

Im Kaiserpalais wagen sich auch blutige Anfänger an den argentinischen Tangowp04757ee7.jpg

Getanzte Leidenschaft | FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Bad Oeynhausen. Melancholisch seufzt das Bandoneon durch den Oeynhausen-Saal des Kaiserpalais. Mittendrin stehen zehn Paare, die erwartungsvoll auf Germán Cassano blicken. In zwei Stunden sollen sie auf dem Holzparkett unter der Anleitung ihres argentinischen Lehrers die ersten Kreuze und Ochos drehen. Manche von ihnen sind blutige Anfänger.

"Gerade Körperhaltung. Immer mit dem Fußboden in Kontakt bleiben. Der Mann führt." Die wichtigsten Grundlagen sind gesagt. Aus den beiden großen Lautsprechern tönt die Musik von Carlos Di Scarli, dem "Senor del Tango" wie ein Panther durch den Raum und gibt Rhythmus und Geschwindigkeit vor.

Als erstes steht das einfache Gehen, das "Caminar" auf dem Stundenplan. Einige der Tänzer versuchen zögerlich, ihre Bewegungen dem romantischen und melodischen Stil anzupassen. Anderen merkt man die Vorkenntnisse sofort an.

Bereits zum zweiten Mal wird im Kaiserpalais argentinischer Tango unterrichtet - passend zu der aktuellen Show im GOP. Aus ganz Ostwestfalen kommen die tanzfreudigen Schüler, um sich von Germán Cassano und seiner Frau Liliana Espinosa - zwei waschechten Argentiniern - zeigen zu lassen, wie man Leidenschaft tanzen kann.

Petra Szych und Reinhard Butmann kommen aus Vlotho. Ganz neu ist den beiden das Tango-Tanzen nicht. Über den Tango-Treff in der Druckerei ist das Paar auf den Geschmack gekommen. "Standard-Tanzen finde ich uninteressant. So sind wir beim Tango gelandet", erzählt Petra Szych. Für Reinhard Butmann war das Führungsproblem ausschlaggebend: "Beim Tango ist das eindeutig. Da führe ich", sagt der Tänzer.

Und genau da setzt Germán Cassano ein paar Umdrehungen später an: "Im Tango führen wir mit dem ganzen Körper", sagt der Argentinier und zeigt, was er damit meint. Liliana Espinosa reagiert promt auf die Körpersprache ihres Partners und lässt sich mühelos und elegant über die Tanzfläche drehen. Spannungsvolles Abwarten. Getanzte Leidenschaft. Sinnlichkeit und Erotik. Einige der Tanzschüler seufzen. Es ist ein weiter Weg bis nach Argentinien.

"Im Tango muss der Mann Mann sein. Wenn Mann und Frau führen wollen, ist es wie im Krieg", erklärt Liliana Espinosa. Und beruhigt sofort: "Das ist kein Geschlechterkampf. Der Mann führt, die Frau verführt. Argentinisch eben. Trotzdem werden in unserem Land die meisten Entscheidungen von den Frauen gefällt. Wir haben da unsere Methoden." Was für Methoden? "Typische Frauenmethoden", sagt Liliana Espinosa. Und lächelt.

Germán Cassano erklärt inzwischen, was für den Tango-Tänzer die "Kommando-Hand" ist. Korrigiert Tanzhaltungen, Schrittfolgen und Führungsstil. "Tango ist eine Lebensform. Wie eine Philosophie", kommentiert Liliana Espinosa. Körperkontakt und Annäherung sind bei dieser ur-argentinischen Tanzform, die längst auch Deutschland im Sturm erobert hat, nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht. Woher kommt das große Interesse am argentinischen Tango? "Vielleicht sind die Frauen in Deutschland die ganze Führung leid", mutmaßt Liliana Espinosa. Auf der Tanzfläche haben die Paare einige Lektionen im Wechselspiel zwischen Anziehung und Distanz gelernt. Und die erste große Hürde bewältigt: Den Partnertausch auf dem Parkett. Langsam entspannen sich die Gesichter und die Musik von Carlos Di Sarli zaubert einen schwermütigen Hauch von Argentinien auf die Gesichter.

profil

GERMAN & LILIANA

 

Wie beschreibt ihr eure Tätigkeit in Hannover?

Wir möchten unsere Kultur durch Tango vermitteln!

 

Worin besteht eure Leidenschaft?

Tango zu tanzen - Tango ist mehr als ein Tanz - Tango ist eine Lebensart! Tango spiegelt die argentinische Lebensanschauung wider.

 

Was ist eurer Meinung nach noch besonders am Tango?

Tango stellt eine unsichtbare Verbindung zwischen Seele, Musik, Bewegung und Leidenschaft dar. Der Tänzer ist das Instrument des Orchesters.

 

Was ärgert euch?

German: Dass manchmal Schüler nur daran interessiert sind, die Schritte zu perfektionieren, ohne den Hintergrund vom Tango zu verstehen. Tango fliesst ins tägliche Leben ein und umgekehrt. Das muss man auch spüren.

Liliana: Unpünktlichkeit

 

Was macht euch glücklich?

Wenn wir merken, dass die Menschen den Inhalt des Unterrichts so verstehen, wie wir ihn vermitteln wollen - wenn sie 'richtig' tanzen und ich sehe, dass sie glücklich nach Hause gehen. Und unser Sohn!

 

Welchen hannoverschen Stadtteil mögt ihr am liebsten?

Herrenhausen!

 

Was macht euch traurig?

Manchmal fühlen wir uns gespalten zwischen unserer 'alten' Heimat Argentinien und unserer neuen hier…

 

Welche drei Dinge sind euch am wichtigsten?

Uns hier wohlfühlen und auch weiter nach Argentinien reisen zu können, Gesundheit, uns selbst treu zu bleiben.

 

Welches Tier wärst du?

German: Ein Tiger oder ein Löwe

Liliana: Eine Katze

 

Was macht eure Partnerschaft aus?

Ehrlichkeit, und dass wir miteinander wachsen.

 

Euer Lebensmotto?

Gemeinsam sind wir stark!

 

 

Liliana und German unterrichten Tango in Hannover und sind auch für Showveranstaltungen buchbar.

www.tango-master.com

 

Posted by mukucity.com

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